Pakistan

April 27, 2018

 

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Als Entwicklungshelfer war ich in den Ländern Pakistan, Äthiopien, Russland Moldawien und Anderen.

 Von den Einsätzen wurde in den Regionalzeitungen umfassend berichtet.

Zunächst beschreibe ich in zeitlichen Intervallen meine Eindrücke von Pakistan. Über Dubai flog ich nach Lahore, um von dort in 3 1/2 Stunden mit dem Auto in das Dorf Thatta Ghulamka Dhiroka zu fahren.

 

 Ankunft auf dem schon damals pompösen Airport. Hatte mich sehr beeindruckt.

 

 

 

 

 

Ich wurde da sehr freundlich empfangen. Meine Aufgabe sollte sein, für landestypische Puppen kleine Schuhe anzufertigen. Eigentlich bin ich Orthopädieschuhmacher, aber hier ging es um ein Aufgabengebiet, das auch für mich neu war. Später in Äthiopien ging es dann um amputierte oder gehbehinderte Menschen. Doch davon in einem weiteren Beitrag.

 

Jetzt bin ich mit einer deutschen Entwicklungshelferin, einer Dozentin, und ihrem Mann, einem Architekturprofessor, in diesem kleinen Dorf im Pundjab, das ist das "Fünfstromland". Es sollte mit unserem Engagement den jungen Frauen - und -Männern- ermöglicht werden, mit sinnvoller Arbeit sich ein Einkommen zu verdienen. Als Gastgeschenk brachten wir einen Roller mit - die Attraktion für die Dorfjugend.

 

Dieser Hilfseinsatz fand statt 2001. Das ist ja nun schon einige Zeit her, aber damals erschienen darüber in verschiedenen Zeitungen Berichte. Ich zitiere aus meinem Einsatzbericht, wie er immer an den SES (Senior-Experten-Service) abgegeben wurde:

 

Der Einsatz sollte der Rekonstruktion von speziellen Trachtenschuhen aus Baltistan gelten, einer nördlichen Region Pakistans im Karakorum. Die Aufgabenstellung war, diese Schuhe und Stiefel nach Bildvorlage und Muster mit jungen Männern anzufertigen für typische handgefertigte Puppen, um damit Dorfbewohnern zu ermöglchen, eigenes Geld zu verdienen und damit zu helfen, dass sich die dörflichen Verhältnisse langsam verbessern........... und weiter:gelten

Das Dorfprojekt ist auf längere Zeit angelegt. Es werden außer Puppen auch andere kunsthandwerkliche Gegenstände angefertigt wie Stickereien und aus Blech hergestellte Rikschas und Tanklastwagen. Diese Sachen wurden dann auf Basaren z.B. auf Flughäfen verkauft. Ich erinnere mich, dass die deutsche Leiterin, Senta Siller, sich immer ärgern konnte, wenn die Abrechnungen durch die Einheimischen oft nicht stimmten. Die korrekte Buchhaltung mussten die Pakistani auch noch erst lernen.

 

 Um mit einer Serienproduktion von Puppenschuhen beginnen zu können, wird es erforderlich sein, neben europäischem Handwerkszeug auch eine spezielle Nähmaschine und eine kleine Schleifmaschine anzuschaffen, welche auch zu anderen Zwecken verwendet werden könnte.

 

Das Projekt gestaltete sich sehr erfolgreich, wurde aber nicht mit Folgeeinsätzen unterstützt, weil zuvor schon annähernd vierzig !!! Einsätze von NGO begleitet worden sind. Es fehlte dann einfach an erforderlichen Mitteln.

 

Schade, wir alle waren so hoffnungsvoll, auch Senta Siller mit ihrem Mann, der das Center dort konzipiert und den Aufbau begleitet hat.

Senta hat daneben auch eine kleine Gesundheitsstation eingerichtet. Da wurden Frauen zur Gesundheitsvorsorge und Geburtenkontrolle sensilibisiert. Leider konnten die mit der verabreichten 3-Monatspille nichts anfangen......Da wäre es vielleicht besser gewesen, sich an das Chinesische System von Dorfhelferinnen anzulehnen, welche dafür sorgten, dass Frauen zum rechten Zeitpunkt die Pille schlucken.

 

Das Dorf Thatta Dhuramka liegt im Pundjab, dem immerhin fruchtbarsten und am dichtesten besiedelten Gebiet Pakistans. War es früher nur auf Trampelpfaden erreichbar, so hat es heute eine schmale asphaltierte Zugangsstraße. Solche Infrastruktur ist sehr wichtig für Entwicklungsländer. Dieses Dorf ist 3 1/2 Autostunden von Lahore entfernt. In den Städten und auch auf dem Land herrscht ein Unvorstellbarer Verkehr mit Autos, Esel- und Pferdekarren, Rikshas und Fahrrädern. Überall sieht man Wasserbüffel. Ihre Exkremente werden  oft an Hauswände zum Trocknen geklatscht. und dann als Heizmaterial verwendet. Unfassbar große Schwärme von Fliegen verursachen zweifellos viele Krankheiten.

 

Ein paar weitere Bilder vermitteln einen Eindruck vom Leben in diesem Dorf, was aber typisch für einen großen Teil Pakistans ist. Nur weiter im Norden, in den Gebirgsregionen des Karakorums, des Hindukush und Himalya, leben ganz andere Volksstämme, denen es wirtschaftlich besser geht. Die aber sind gefährdet durch "heilige Kriege" und fast jährliche Überschwemmungen. Ebenso gefährden Erdbeben ihr Leben.

 

Ich habe diese Regionen nach meinem Puppenschuh-Einsatz ebenfalls bereist und  tiefe Eindrück von diesem Land erhalten, die mir noch heute stark in Erinnerung sind. Ich hoffe nicht, dass bei der Flutkatastrophe 2010, die auch das Fünfstromland schwer heimsuchte, auch dieses Dorf und seine liebenswerten Bewohner zu Schaden gekommen sind. 

 

 

 Einige Bilder aus dem Dorfleben und der Arbeit
 

                      Ich werde mit Musik und Herz empfangen

 Ich habe mit zwei "Schuhmachern" aus dem Dorf gearbeitet, welche sehr wissbegierig waren. Manchmal musste ich sie in ihrem Elan stoppen. Der Eine konnte es nicht begreifen, dass man mit einem scharfen Messer nicht auf Blech schneiden darf. Ich hatte nämlich für die Schaftmuster Schablonen aus Blech angefertigt, und damit machte er mir stets die geschliffen scharfen Messer wieder stumpf. Ein Problem war die Verständigung. Außer "yes" sprachen sie nur Urdu, die amtliche Sprache in Pakistan. Daneben gibt es viele andere Regionalsprachen - und Dialekte, wie mir mein späterer Guide sagte. 

An die Musterfertigung der Schuhe konnte ich die Jungs noch nicht heranführen, aber sie waren nach kurzer Zeit doch in der Lage, einfache Sandalen für Puppen anzufertigen, so dass ich überzeugt war, dass sie auch anspruchsvollere Arbeiten, wie kleine Stiefel und Schuhe, anzufertigen in der Lage wären. Sofern sie längere Zeit weiter geschult würden.

In meiner eigenen Werkstatt habe ich dann die Muster überarbeitet und verfeinert. Anhand dessen hatte ich gedacht, die Produktion vor Ort zu verbessern. Aus Geldmangel kam es aber nicht zu einem weiteren Einsatz in Pakistan.

Ich hatte große Probleme mit dem Essen. Das Fladenbrot, ähnlich wie Pfannkuchen, aber mit einer fettigen Soße belegt, und der allgegenwärtige Tee mit fetter Büffelmilch, war für mich zunächst unverdaulich. Ich ernährte mich dann von kleinen Bananen, die man aus einem anderen Dorf extra für mich besorgte.

Wie ich hörte, war eine andere SES-Expertin aus gleichen Gründen und der vielen Fliegen wegen vorzeitig wieder abgereist. 

Dieses Gesundheits- und Werkstattcenter lage genau neben einer Suhle für Büffel. Da kann man sich vorstellen, dass es viele Fliegen gab. Das waren so viele, dass man immer fürchten musste, Einige beim Essen mit zu verschlucken. Ist wohl auch vorgekommen. Aber besser schmecken dann doch die neben dem Fladenbrot verzehrten Hähnchenschenkel.

Ein großer Fortschritt war die Elektrifizierung, welche installiert wurde. Dadurch wurde es möglich, bei elektrischem Licht zu arbeiten und Lötarbeiten an Spielzeugrikschahs auszuführen. Auch eine kleine Solaranlage zum Betreiben einer Wasserpumpe war vorhanden.

 Ein besonderes Erlebnis hatte ich bei einer Familie. Die luden uns zu einem Abendessen ein. Wie ich später hörte, hatte es den Zweck, uns um eine Spende zu bitten. Damit sollte einem begabten Mädchen ermöglicht werden, eine höhere Schuhe zu besuchen. Die Schule konnte nur besucht werden, wenn eine vorgeschriebene Schulkleidung getragen wird. 

Umgerechnet betrug der Preis lediglich 15 DM. Davon hängt es ab, ob Kinder eine gute Ausbildung bekommen können. Wenn die Schüler einen täglichen Schulweg von 20 km haben, spielt das keine Rolle. Die Strecke laufen sie gerne, Hauptsache Schulbildung.

In einer anderen Familie hat sich ein Mädchen extra schön gemacht, wie Senta Siller mir sagte. Dort mag man Europäer mit schwarzen Haaren und weißer Gesichtsfarbe. Ich habe das aber nicht bemerkt, weil man ja junge Frauen nicht anschauen und ihnen auch nicht die Hand reichen darf.

Beim Abschied aus dem Dorf wurde ich gebeten, unbedingt wiederzukommen. Ich konnte das aber nicht zusagen. 

 

Vom Dorf fuhren wir einmal nach Lahore, um dort für die Werkstatt Material einzukaufen. Dadurch hatte ich Gelegenheit, die alte Garnisionsstadt der Engländer kennenzulernen. Es war stressig, aber äußerst interessant.

Ich besuchte mit einem pakistanischen Begleiter eine Moshee und das Fort. Ich habe nicht erwartet, als Christ das Gotteshaus von Muslimen besuchen zu dürfen. Als ich aber auch einen direkt daneben liegenden Hindutempel besuchen wollte, verweigerte mir der Pakistani den Besuch. Weshalb das?

 Er war auch verärgert, weil ich selbständig Früchte gekauft hatte, denn er hätte einen günstigeren Preis ausgehandelt. Sagte er. Das Gleiche erlebte ich, als ich in einer Bank Geld wechseln wollte. Da hat der Bankangestellte glatt einen hohen Geldschein (ich glaube 1000 Rupien) unter den Tisch fallen lassen. Aber mein Guide, mit dem ich im Himalaya war, hat das bemerkt. Er kannte wohl die Schliche dieser Leute.

Die Sillers waren schon oft in Pakistan und hatten im Laufe der Zeit gute Kontakte zu anderen Leuten geknüpft. So waren wir auf einer Tour über Land auf einer Ausgrabungsstätte, weil Prof. Siller als Architekturprofessor an historischen Gebäuden interessiert war. In Lahore besuchten wir den Repräsentanten von Nestle, der in einer feudalen Villa residierte, die von Wächtern und einer unüberwindlichen Mauer geschützt war. Wir wurden sehr zuvorkommend bewirtet.

Auf einer weiteren Tagestour besichtigten wir ein altes Fort der Engländer und wurden auch hier von Einheimischen, aber auf einfache Art, bewirtet. Dabei setzte man uns Tee mit fetter Büffelmilch und Sahneflot vor. Für Pakistanis sicher ein Genuss, ich aber musste mich fast übergeben. Aber mittrinken musste ich schon wegen der Gastfreundschaft.

Später besuchten wir in einer kleinen Provinzstadt einen Pakistani, der in Personalunion Iman, Arzt, Gerichtsherr und Gefängnisaufseher war. Wir haben sogar an seiner Sprechstunde mit Patienten teilgenommen, als er eine schwer an Tuberkulose erkrankte junge Frau untersuchte. Dabei schimpfte er sie aus, weil sie nicht regelmäßig zur Behandlung gekommen sei. Aber die Frau war mit vier Kindern da und hatte kaum Geld für eine regelmäßige Behandlung. Später sagte uns der Arzt, der in den USA  studiert hatte, dass die Frau nicht mehr lange zu leben hätte.

Was ich dem Doktor hoch anrechnete: Er war aus den USA zurück nach Pakistan gekommen, um seinen Landsleuten zu helfen. Er hätte ja in Amerika bleiben können. Das erwarte ich von den Flüchtlingen in Deutschland auch, dass sie nach Beendigung der Feindseligkeiten in ihren Ländern nach dort zurückkehren und mit Unterstützung der Industrieländer ihre zerstörten Länder wieder aufbauen.

 Bilder aus Lahore:

 

 

 

 

 Das ist schwerste Kinderarbeit

Per Hammerschlag wird ein Flacheisen zugeschnitten.

Der Junge schwingt den Hammer, und der (Vater?)

hält das Eisen.

Umgekehrt wäre es besser! 

 

 

 

 

 Nach Beendigung des Entwicklungshilfe-Einsatzes unternahm ich für einige Tage einen Trip mit einem Guide in die nördliche Region Pakistans. 

In meinen Unterlagen finde ich einen Reiseentwurf, wie ich mir die Treckingtour gedacht hatte. Die sollte vom 18.04. bis zum 27.04.2001 stattfinden. Ich musste allerdings umdisponieren, weil ich länger in Thatta Ghulanka geblieben bin.

 

Das war die ursprüngliche Planung:

 

18.04. Transfer von Thatta nach Lahore. Zugreservierung nach Rawalpindi  

19.04. Zugfahrt von Lahore nach Rawalpindi 280 KM.  7€. Übernachtung im Flashmans 2 **.                        Flugbuchung nach Skardu. Info über Kyberpassfahrt nach Peshawar.

20.04. Flug von Islamabad/Rawalpindi nach Skardu in den Karakorum. 70€ Übernachtung im Shangrila          Tourist-Resort.

21.04.  Aufenthalt in Skardu. Fahrt mit Landrover zum oberen Kachurasee ins Shingar-Tal bis Dassu               (Ascole) und zurück. Hot Springs.

22.04. Per Bus/Jeep von Scardu nach Gilgit 160 km (6 Stunden, Naco-oder Basherbrunn-Bus.                      Übernachtung im 2** PTDC  Chinar-Inn.Barbar Road. 

23.04. Gilgit-Hunza-Karimabad-Gulmit 150 km und zurück. Übernachtung erneut im wie vor.

 

24.04. Per Jeep ins Singal-Tal bis Teru, auf Passhöhe 3810 m und nach Chital. Übernachtung im                    Chitral-Motel .

25.04. Flug von Chitral nach Peshawar 40 $. Besichtigung. Übernachtung im 2** Green`s, Saddar Rd.

 

26.04. Bahnfahrt Peshawar- Kyberpass und zurück. Übernachtung im 2** Green`s oder Dean`s.

 

27.04. Rückflug von Peshawar-Lahore-Dubai-Frankfurt. Peshawar- Lahore 18:40 - 20:05. Lahore-                Dubai 03:30 - 05:50. Dubai-Frankfurt 08:45-13:45. Zug Frankfurt-Bremen-Burg.

 

Im Nachhinein betrachtet war die Planung irrational. In der Kürze der Zeit bei den Landes- und Wetterverhältnissen überhaupt nicht realisierbar. Aber ich habe deutsche Verhältnisse vorausgesetzt!!

 

Auch nach Peshawar  bin ich nicht gekommen. Das ist eine Stadt, in welcher sehr strenggläubige Sunniten vom Stamm der Paschtunen leben. U.a. gibt es da sehr viele Waffenhändler. Von hier aus wurden später auch die aufständischen Taliban mit Waffenlieferungen unterstützt. Sie ist das Einfallstor nach Afghanistan. Ich hatte geplant, von dieser Stadt aus mit der auf halsbrecherisch angelegten Trassen fahrenden Eisenbahn auf den Kyberpass, der Grenze zu Afghanistan, zu fahren. Schade. Davon ist leider nichts geworden. Aber die realisierte Tour auf dem K-Way ins Hochgebirge war super.

 

Auch Frau Siller und ihr Mann beendeten ihren Einsatz in Thatta Ghulanka. Wir fuhren zusammen zurück nach Lahore. Die Sillers flogen direkt zurück nach Deutschland, ich plante, mit einem Inlandsflug nach Islamabad zu kommen. Von dort wollte ich weiterfliegen in die Gebirgsregion des Karakorums.

Es kam aber ganz anders.

Ich bekam von Lahore nach Islamabad keinen Flug. War alles ausgebucht. Wer es irgend ermöglichen kann, nimmt einen Flieger. Ich wollte es nur aus Zeitgründen, eigentlich fahre ich lieber mit der Bahn, auch wenn das äußerst beschwerlich wäre, wie man mir sagte.

Aber auch die Bahnfahrt klappte nicht, weil da irgendwelche technischen Schwierigkeiten waren. So blieb mir nur die Busfahrt. Leider war das eine Nachtfahrt, ich konnte von der Landschaft, die wir durchfuhren, nichts sehen. Schade. Morgens kamen wir dann in Islamabad an, ich war völlig übermüdet. So kam ich zum Airport, um da aber zu hören, dass ein Flug wegen schlechter Witterung heute oder morgen nicht stattfinden könne.

 

Ich als Solotourist bin von europäischen Vorstellungen ausgegangen, dass Fahr- und Flugpläne eingehalten würden. Ich hätte auch mehr Brückentage einplanen müssen. Habe ich jedoch nicht. Deshalb kam ich auch später noch in arge Zeitnot.

 

Das Wetter im Karakorum ist oft sehr unbeständig. Ich wollte in Islamabad einen Flug nach Scardu buchen und von dort in der wilden Gebirgslandschaft auf halsbrecherischen Pfaden mit einem Jeep und Guide zurück nach Gilgit fahren. Das hatte ich mir im Reiseführer so schön ausgemalt. Es wäre eine halsbrecherische Fahrt gewesen.

 

 Weil jedoch im Gebirge schlechtes Wetter herrschte, konnte der Flug nicht stattfinden. Das Ticket hatte ich schon gekauft, aber meine Zeit war begrenzt, denn der Flug zurück von Lahore nach Deutschland war fest gebucht. Ich hatte nur ein ganz kleines Zeitfenster.

 

Ich musste umdisponieren.

Zuerst suchte ich mir ein Hotel, in Islamabad nahe dem Museum für Kriegsgeschichte. Ich habe das aber leider nicht besichtigen können, weil ich 12 Stunden in einem Rutsch geschlafen habe. So übermüdet war ich. Von diesem Hotel habe ich dann auch den Trip auf dem Karakorum-Highway in den Himalaya gebucht. Ich bin überzeugt, dabei bin ich über den Tisch gezogen worden. Der Preis war sehr überhöht. Aber ich hatte keine andere Wahl. Ich musste nehmen, was man mir offerierte. Sonst hätte ich gar nichts bekommen.

Neben dem Hotel in Islamabad steht eine in knalligem Rot angestrichene christliche Kirche. Darüber war ich sehr überrascht.

Auch bei Taxifahrern muss man sehr aufpassen. Aber das ist in allen Ländern so. Touristen werden gerne ausgenommen.

Übrigens war das Wetter am nächsten Tag wieder gut und die Flüge ins Gebirge starteten wieder. Aber da hatte ich kein Ticket mehr.

 

Es ging dann per Pickup mit einem sehr liebenswürdigen und sprachbegabten Fahrer auf Tour. Wie er sagte, spricht er sieben Sprachen und Dialekte. Ich konnte das allerdings nicht nachprüfen.Bevor wir losfuhren, kauften wir noch Lebensmittel ein.

 

   Ganz links im Bild ist der Driver. Hier machten wir Station bei einem Bäcker. So wird hier noch Fladenbrot bei offenem Feuer gebacken.

 

Zunächst war das Industal noch breit und fruchtbar. Nur ganz in der Ferne sah man die Gipfel des Hindukusch.

 

Ich wunderte mich, dass es hier keine Hühnereier zu kaufen gibt. Nein, sagte der Fahrer, die Eier verderben zu schnell, und mit Hähnchen kann man auch mehr Geld verdienen. Außerdem lassen sich die Tiere, die in großen Farmen herangezüchtet werden, auch besser transportieren. Den Hühnern werden die Beine zusammengebunden, und dann werden sie auf Transportstangen auf der Schulter getragen. Das ist hier überall so üblich. 

 

 Die Dörfer und Hütten sind auf Terrassen gebaut, die kunstvoll mit Berggeröll aufgeschichtet worden sind. Das sind Arbeiten über Generationen, und die winzigen Grundstücke werden über viele Jahre immer weiter vererbt. Eine Teilung der Grundstücke, wie in bestimmten Regionen Deutschlands üblich, gibt es hier nicht. Eine bestimmte Grundstücksgröße muss immer erhalten bleiben. Denn die Leute müssen ja von irgendwas leben.

 

 

 

Es ging dann langsam den Karakorum-Highway, immer am oder hoch über dem Indus, hinauf. Ganz oben, im Himalya, ist auf 4602 mtr Höhe der Khunjerab-Pass, der die Grenze zu China bildet. Zunächst hatte es mich gereizt, bis dahin zu fahren. Aber dann kam (wieder) schlechtes Wetter, und mir wurde auch der Zeitdruck bewusst. 

Vorerst befanden wir uns aber noch in den Vorgebirgen. Da sahen wir, wie es ist, wenn man keine Waschmaschine besitzt. Da gehen die Frauen zum Waschtag an den Indus und legen die gewaschenen Wäschestücke zum Trocknen auf Steinblöcke.  Das jedoch ist ihr Alltag, man kennt es nicht anders.

Und es war im Jahr 2001. Da gab es noch keine Handys für jedermann. Heute sieht man in den Elendsgebieten der Welt, wie es der westlichen Welt doch gut geht, und davon will der Rest der Welt auch etwas abbekommen. Wir werden im ureigensten Interesse nicht darum herumkommen, dort zu helfen. Aber nicht mit Militärausrüstung.

Daher unsere heutige Flüchtlingskrise. Ich glaube aber nicht, dass die Leute aus dem Karakorum, die Hunzas, ihre Gebiete verlassen würden. Dazu sind sie viel zu stolz. Das sind eher  Pakistani aus Karatschi, dieser Multi-Millionenstadt im Süden des Landes.

 

Weiter ging es auf der kurvenreichen Straße immer höher ins Gebirge. Der Karakorum-Highway wurde in die Flanke steiler Berge gesprengt, manchmal führt er 200 Meter und mehr über dem Fluss. Steil geht es dann in die Tiefe. Wir haben erlebt, wie ein Personenwagen abgestürzt ist. Es wurde von einem der bunt bemalten Laster in einer Kurve von der Straße gedrängt. Tote wurden von Helfern nach oben getragen. Wie mir mein Fahrer sagte, steht die Witwe eines Toten einsam und unbeachtet von Anderen auf der Straße. Sie wird aus der Familie verstoßen, wenn nicht ein anderer Familienangehöriger sie heiratet.

 

 

 Das war ein Schock für mich. Aber das ist hier wohl Alltag. Wir kamen an einer Stelle vorbei, an der warmes Wasser aus der Straßenmauer sickerte. Das kommt vom Nanga Parbat, war erst eiskaltes Wasser und wurde durch den Gebirgsdruck dann aufgeheizt. Ich hätte Lust gehabt, einen Abstecher zum Nanga Parbat- Resort zu machen, aber der Wagen würde das nicht schaffen, weil er keinen Allradantrieb hat. Das wäre eine wirklich halsbrecherische Tour gewesen.

 

In der Ferne sieht man den "Todesberg", wo schon so viele Bergsteiger abgestürzt sind.

 

Spektakuläre Berglandschaften erlebt man auch abgehend vom Highway. An den Bergflanken sieht man alte Mulipfade, auf denen in früheren Zeiten die Waren von China und der Mongolei ans Mittelmeer transportiert worden sind. Brücken aus aufgestapelten Felsbrocken überspannen tiefe Einschnitte. Seitentäler führen in waldreiche Bergregionen, woher gewaltige Baumstämme transportiert worden sind. Die sind so wertvoll, dass in einer Hütte auf dem Stapel Wächter schlafen. Ich kam aus dem Staunen überhaupt nicht wieder heraus.

 

 Weiter ging es, immer weiter ins Hochgebirge hinein. Wie hier die Leute mit der widrigen Natur umgehen, ist für uns fast unvorstellbar.

 

Wegen der Nähe zum indisch besetzten Kaschmir wurden wir von mehreren Streckenposten kontrolliert. Man durfte z.B. keine über den Indus gebaute Brücken fotografieren. Aus militärischen Gründen. Ich habe es aber trotzdem getan. Manchmal nahmen wir auf der Ladefläche Einheimische mit, die hier ständig per fuß unterwegs sind.

 Auf dem Bild ganz links kann man nicht nur die Brücke sehen, sondern auch erkennen, wie sich der Indus im Laufe von Jahrtausenden ein immer tieferes Bett ausgespült hat. Rechts ist eine Gondel zu sehen, in der an einem Seil hängend Personen in schwindelnder Höhe über den Fluss transportiert werden. 

 

Mein Fahrer war ein gläubiger Moslem. Einmal sagte er kurz vor Sonnenuntergang, er wolle mit Allah sprechen. Er ging hinter einen Felsblock und betete. Nach einiger Zeit erreichten wir unser erstes Hotel. Das war in Gulmit. Ich war an dem Tag der einzige Gast, aber für mich wurde die Heizung angeworfen. Mit Holz befeuert. Flashmans Hotel, sehr zuvorkommende Leute.

 

 Am nächsten Tag gings weiter, die Bergwelt wurde immer grandioser. Auf diesem Highway sind auch Extremtouristen mit dem Fahrrad nach China unterwegs. Die haben Strecken über 3000 km zurückzulegen, und das über den 4.602 Meter hohen Khunjerab-Pass. Wahnsinn.

 

 

Wir kamen an dem Wächter der Hyroglyphen vorbei. Das sind Schriftzeichen, die vor über tausend Jahren die hier mit Waren durchziehenden Mongolen in die Felsen geritzt haben. Ich weiß nicht, ob die bereits entziffert worden sind. Der Wächter ist auf dem Cover meines Buches "Auf der Flucht aus einem zerrütteten Land" abgebildet.

 

 

  

 Auf den unbewaldeten Berghängen sah man immer wieder Inschriften aus neuerer Zeit. Welcome z.B. oder Pease. Ich habe mich gewundert, wie man die dort oben anbringen konnte. Wir sahen auch Handwerker auf dem Highway, Holzschnitzer, die lediglich mit einem Stecheisen und durch Wasserkraft betriebenem Rotor wie auf einer Töpferscheibe Schalen, Teller und Tassen fertigten. Ich muss wohl sagen, dass die handwerklichen Fähigkeiten dieser einfachen Menschen bewunderungswürdig sind. Auf der Rückfahrt hatten wir z.B. am Auto einen Federbruch. Ich befürchtete schon, meinen Rückflug nicht zu erreichen. Aber mein Fahrer beruhigte mich: No Problem, Sir.

 

Aber wir sind noch lange nicht auf der Rückreise. Weiter geht es, immer weiter den Indus entlang. Immer dem Hindukusch, dem Himalaya und dem Karakorumgebirge entgegen. Bei Janglot, einem kleinen Ort in der Nähe Gilgits, vereint sich der Gilgit-River mit dem Indus-River. Von einem erhöhten Standort kann man wunderschön sehen, wie die beiden Flüsse aus dem Gebirge brechen und in einem Mäander zusammenkommen. Zur Zeit der Schneeschmelze wird das ganze Tal überschwemmt sein.

Wenn wir dem Indus weiter folgen würden, kämen wir von hier nach Skardu, wohin ich ja ursprünglich fliegen wollte. Aber das war wegen Zeitmangel nun leider nicht mehr möglich. Wir fuhren also auf dem Karakorum-Highway weiter nach Gilgit. Hier  ein paar Bilder vom Zusammenfluss der Bergflüsse.

 Gilgit ist eine Bezirkshauptstadt, in früheren Zeiten die Residenz eines Mir oder Nawab. Der letzte dieser selbständigen Mirs in Karimabad im Hunzatal soll ein Riese gewesen sein. Er baute sich eine Festung mit besonders großen Türen, durch die nur dieser Mir gehen durfte. Die Bediensteten hatten durch niedrigere Türen zu gehen, alleine schon, um die Macht dieses Herrschers zu demonstieren. Ich habe diese Festung besichtigt, die auf einem hohen Felsvorsprung errichtet ist und einen guten Überblick über hier zusammentreffende Täler erlaubte. In Gilgit und Karimabad gibt es Goldschmiede, die hervorragende Exponate fertigen, die für Normalbürger wie mich nicht zu bezahlen sind. Auch wird hier in einem Stadion der Volkssport Polo betrieben, von stolzen Hunzas auf ebenso stolzen Pferden. >Bad< im Stadtnamen heißt übrigens nicht Bad in unserem Sinne, sondern einfach nur Stadt. Islamabad also Islamstadt.

 

 Von Kirimabad im Hunzatal fuhren wir weiter Richtung Chinesische Grenze. Wir sind hier jetzt im Hochgebirge, rechter Hand liegt der Rakaposhi mit 7788 mtr. und der Disteghil Sar mit 7885 mtr., linker Hand das Gilgit-Massiv mit teilweise ebenso hohen Bergen. Viele dieser Berge ziehen ausländische Seilschaften an, und immer wieder liest man von Bergunfällen. China hat hier auch ein großes Gebiet konfisziert (unter Chinesischer Verwaltung), und direkt auf der Grenze liegen die bekannten Berge K2, Broad Peak,Gasherbrum 1 und 2. Wer sich für Berge und deren Besteigung interessiert, ist hier genau richtig, denn die Letztgenannten sind alle über 8000 mtr. hoch.

Ich wollte eigentlich bis zur Grenze fahren, aber das Wetter und die Zeit machten mir einen Strich durch die Rechnung. Wir fuhren bis Kheibar und mussten da umkehren.

Die ganze Strecke fuhren wir auf dem neuen Highway und konnten von da aus sehen, wie früher die Maultierkarawanen an den Berghängen liefen. Da wurden auf wirklich halsbrecherischen, aus Felsblöcken errichteten Brücken tiefe Seitentäler überbrückt. Die führten wiederum in Holzabbaugebiete. Wie man von da aus die geschlagenen riesigen Holzstämme transportierte, ist mir noch heute ein Rätsel. Auf den Kartenausschnitten kann man den Verlauf des Highways nachverfolgen. Einfach grandios, die Trassenführung.

 

 

 Für passionierte Bergsteiger ist das hier das ideale Revier. Ich wäre zwar auch gerne bis zu einem Basislager gefahren, aber der Toyota Pickup würde das nicht schaffen, sagte mein Fahrer. 

 

 Wir fuhren auf der gleichen Strecke am Indus zurück, wobei ich Gelegenheit hatte, Vieles, was ich auf der Hinfahrt nicht bemerkt hatte, jetzt zu sehen. Zum Beispiel, wie sich der Indus im Laufe von Jahrmillionen sein Bett immer tiefer gegraben hat, oder wie die Straße über eine Holzbrücke im Anschluss direkt durch die Bergflanke geführt wurde. Es gibt auch gewaltige Sandablagerungen, die teilweise wie eine Wüste oder Dünen aussehen. Das ist das Gebirge, wie es von Sand und Wind zerrieben worden ist. Einfach grandios, diese Naturlandschaft. Und  in ein Nachbartal, dem Chitral-Valley, ganz nah an der Grenze zu Afghanistan, haben sich die Taliban eingenistet. Davon habe ich aber, als ich das Gebiet bereiste, nichts bemerkt. Wir wurden zwar manchmal von Kontrollposten aufgehalten, die uns dann aber weiterfahren ließen.

Nur in Islamabad sagte mir ein Rikshafahrer, dass ich unbedingt meinen Fotoapparat verstecken müsse. Er hatte wohl Angst, sein Fahrzeug konfisziert zu bekommen, was ich überhaupt nicht verstehen konnte.

Trotz eines Federbruchs auf der Rückfahrt schaffte ich es quasi in letzter Minute, einen Flieger nach Lahore zu bekommen, von wo aus dann der Rückflug nach Deutschland startete. Sechs Stunden vor dem Abflug musste ich auf dem Airport sein, ehe der Direktflug mitten in der Nacht nach Frankfurt startete.

Das Erlebnis Pakistan wird mir ewig im Gedächtnis bleiben. Leider habe ich von dem Projekt Puppenschuhe in dem Dorf Thaatta Ghulamka Dhiroka im Fünfstromland nie wieder etwas gehört. Ich hoffe, dass die Bewohner des Dorfes bei der großen Flut nicht umgekommen sind. 

 

Im Folgenden ein Bericht von LPB über die Katasrophe im Jahr 2010:

Flutkatastrophe in Pakistan (Archiv)

Foto: Charsada-District ©Aktion dt. Hilfe

 

2010 war der Monsun in Pakistan zur Katastrophe geworden. Allein seit Juli fielen 600 Liter Regen pro Quadratmeter. Im Land war mittlerweile eine Fläche so groß wie Italien überschwemmt. Fast zweitausend Menschen sind umgekommen, fast 4,6 Millionen sind obdachlos, 20 Millionen sind von der Katastrophe betroffen. Die internationale Hilfe ist zwar angelaufen, erreicht aber bisher nur ein Drittel der Opfer. Pakistan ist mit den Fluten völlig überfordert. Das Urteil der Pakistaner über das Krisenmanagement der Regierung ist vernichtend.

 

Schuld an den Überschwemmungen in Pakistan ist eine Klima-Anomalie über dem Südpazifik, die so extrem wie momentan überhaupt noch nie festgestellt wurde: La Niña. Kühle Luftströme über dem Ozean sorgten dafür, dass sich der Monsunregen über Pakistan ergießt.

Brücken sind zusammengebrochen, Straßen zerstört, so dass Hilfskonvois nicht zu den Betroffenen vordringen können. Hunderte Dörfer sind immer noch von der Außenwelt abgeschnitten. Bislang sind in den Überschwemmungsgebieten Pakistans nach UN-Angaben mehr als 800.000 Menschen von den Wassermassen eingeschlossen. Nun drohen auch noch Seuchen und Hunger. Hunderttausende Flutopfer harren in provisorischen Zelten aus und müssen zunächst mit dem Nötigsten versorgt werden. Unzählige Orte wurden evakuiert, Menschen in Auffanglagern untergebracht.

Die Sorge vor einer Ausbreitung von Cholera wächst: Die Menschen haben kaum noch Abwehrkräfte, es fehlt an sauberem Trinkwasser. Die Menge der Nahrungsmittel, die nach bisherigen Schätzungen gebraucht werden, ist enorm. Hunderttausende Rinder, die Lebensgrundlage vieler Dorfbewohner, sind in den Fluten ertrunken, Anbaupflanzen, Speicher und die Ernte sind vernichtet.

Die internationale Hilfe für Pakistan läuft nur schleppend an. Die Region versinkt im Chaos. Vor allem der Nachschub bereitet Probleme. Es werden zwar Hubschrauber eingesetzt, es sind aber bisher zu wenig. Viel mehr werden benötigt, zum einen um die Menschen in den entlegenen Gebieten zu erreichen, zum anderen, um Hilfsgüter ins Land zu bringen. Man benötige mindestens 40 weitere große Transporthubschrauber, um Lebensmittel und Hilfsgüter abzuwerfen oder Menschen zu bergen, sagte der UN-Koordinator John Holmes.

Foto: ©UN/EvanSchneider

Bei der Vollversammlung der Vereinten Nationen zur Hochwasserkatastrophe am 19. August haben viele Länder ihre Hilfszusagen deutlich erhöht. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte zu Beginn der Beratungen in New York erneut zu schnellerer Hilfe für die Flutopfer in Pakistan aufgerufen. Die Katastrophe sei ein "wichtiger Prüfstein für die internationale Solidarität", sagte Ban. Er würdigte, dass bereits die Hälfte der von den Vereinten Nationen erbetenen 460 Millionen Dollar an Hilfen bewilligt worden sei, forderte aber noch mehr Einsatz.
Die 192 UN-Mitgliedsstaaten verabschiedeten in New York außerdem eine Resolution, in der sie Anteilnahme und "volle Solidarität mit dem pakistanischen Volk" bekundeten. Länder, globale Finanzeinrichtungen und Organisationen wurden aufgerufen, Pakistan "volle Unterstützung" bei seinen Bemühungen zu gewähren, die Folgen der Überschwemmungen einzudämmen, sowie beim mittel- und langfristigen Wiederaufbau der betroffenen Regionen zu helfen.
Auf der Vollversammlung haben mehrere Staaten ihre Hilfszusagen für Pakistan zwar erhöht. Das Geld wird dennoch kaum ausreichen. Pakistans Außenminister Shah Mahmood Qureshi bezifferte die Gesamtschäden durch die Katastrophe auf 43 Milliarden Dollar.

Die USA werden ihre Soforthilfen erhöhen, und zwar von 90 auf 150 Millionen Dollar, wie Außenministerin Hillary Clinton ankündigte.
Die Bundesregierung hat ihre finanzielle Unterstützung für die Hochwasseropfer in Pakistan noch einmal aufgestockt. Die Gelder werden von bisher 15 Millionen Euro auf 25 Millionen Euro erhöht, wie Außenminister Guido Westerwelle (FDP) mitteilte. Zu den 25 Millionen Euro kommt noch einmal eine Summe von rund 43 Millionen Euro, mit denen Deutschland an Hilfsmaßnahmen der EU, der Vereinten Nationen und der Weltbank beteiligt ist.

Foto: ©UN WFP/Amjad Jamal

Das Spendenaufkommen in Deutschland ist bislang gering. Es bewegt sich bei etwa einem Fünfzehntel dessen, was spontan für die Erdbebenopfer in Haiti gesammelt wurde. Die Gründe liegen auf der Hand: Pakistan ist ein vom Zerfall bedrohter, korrupter Staat. Ein Großteil der öffentlichen Mittel landen in den Taschen feudaler Clans. Pakistan hat zwar Geld für Atomwaffen, aber keines für seine Bevölkerung. Pakistan exportiert Terror und stützt die Taliban. Wenn Soldaten in Afghanistan angegriffen werden, führen die Spuren oft ins Nachbarland, wo die Taliban Rückzugsräume haben. Die Menschen haben Bedenken, ob das Geld an der richtigen Stelle ankommt. Die Sorge ist groß, Terroristen zu finanzieren und die Korruption im Land zu fördern.

Die militanten Islamisten haben schneller reagiert: Sie helfen den Opfern und sichern ihr Überleben im Namen muslimischer Solidarität – mit dem Ziel, neue Rekruten für ihren Heiligen Krieg zu werben. Die pakistanische Regierung erneuerte ihr Versprechen: Alle Hilfen sollen an Flutopfer gehen und nicht den Taliban in die Hände fallen.

Die kommenden Monate des Wiederaufbaus werden zum Wettbewerb um die Zukunft des Frontstaates im Kampf gegen den islamistischen Terror.

Auch mittel- und langfristig wird Pakistan Hilfe benötigen: Millionen Menschen muss zu einer neuen Existenzgrundlage verholfen werden, Äcker müssen neu bepflanzt, Häuser, Schulen, Straßen und Brücken neu gebaut werden.

 

 

 

Als Nächstes werde ich über  den SES-Einsatz in Aäthiopien berichten.

 

 

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Hier werde ich über einzelne Etappen, möglichst im Wochenabstand berichten.

 

 

Bis bald......

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