Klappentext zu Auf der Flucht

In Afghanistan toben seit Jahrzehnten Stammesfehden und Bürgerkrieg. Die „Gotteskrieger“ der Taliban, sunnitische Paschtunen aus dem südlichen Afghanistan kämpfen gegen schiitische Tadschiken und Usbeken aus dem Norden. Der schiitische Najmodin mit seiner jungen Familie will dem Gemetzel entkommen und macht sich auf die Flucht in den Westen, nach Deutschland. Über Kabul, Kandahar und Herat kommen sie in den Iran. Hier und in der Türkei erleben sie Hinrichtungen und Terror, dem sie doch in Afghanistan entkommen wollten. Weiter geht die Flucht über Griechenland, Mazedonien, Montenegro, Bosnien und Kroatien bis nach Slowenien, wo sie an den Stacheldrahtverhauen der Österreichischen Grenze zunächst endet. Nach wochenlangem Lagerleben finden sie dann Aufnahme in Deutschland. Auf ihren Etappen durch unbekannte Länder, mit ständigen Sprachschwierigkeiten konfrontiert, erlebt Najmodin mit seiner Frau Pari und dem 3-jährigen Sohn Taha immer wieder nette Menschen, die ihnen weiterhelfen.

Es ist eine Fluchtdokumentation mit erlebnisreichen Darstellungen von Land und Leuten in den durchreisten Ländern. 

Inhalt                                                                                                             Prolog

  Die Gotteskrieger

  Die Flucht, das letzte Mittel zum Überleben

  Fluchtgedanken

  Im Iran oder Persien

  Durch die Türkei

  Griechenland

  Mazedonien

  Montenegro, das Land der Skipetaren

  Bosnien-Herzegowina​

  Kroatien

  Slowenien

  Deutschland, wir kommen.

  Epilog

ISBN Print  978-3-748506-43-0
ebook          978-3-748506-06-5

Kapitel die Gotteskrieger  Seite 8 bis 22 von 254

                        I

Als diese Mudschaheddin sich jedoch gegenüber dem eigenen Volk korrupt und verbrecherisch verwandelten, kamen die Paschtunen aus dem Süden auf die Karte. Sie zogen gegen ihre Landsleute, die Tadschiken, meist Persisch sprechende und im Nord-Westen Afghanistans lebende Bevölkerungsgruppen, in den Kampf.

Den Paschtunen schloss sich dann auch Osama an. Er wurde gefördert und unterstützt von Mullah Omar. Der stammt ebenfalls aus dem Frauen unterdrückenden südlichen Afghanistan. Die Bildung bezog er schlicht und einfach aus den Koranschulen, den Madrassa. Mullah Omar soll nur unzulänglich Lesen und Schreiben beherrscht haben. Auf dem Höhepunkt seiner Macht wurde er ebenso wie Osama-bin-Laden von Amerikanern durch Drohnenangriffe getötet.

Die Taliban eroberten nach der Vertreibung der sowjetischen Truppen, welche 1979 in Afghanistan eingefallen waren, bis zu 90 % des afghanischen Staatsgebietes. Sie radikalisierten sich aber in der Folge durch ihre Auslegung des Korans genauso wie zuvor die Mudschaheddin, indem sie die Scharia wieder einführten.

Besonders Frauen werden massive Behinderungen auferlegt. Scharia bezeichnet das moslemische Recht in seiner Gesamtheit und ist von jedem Moslem kritiklos zu befolgen.

Als unfehlbare Pflichtenlehre umfasst die Scharia das gesamte religiöse, politische, soziale, häusliche und individuelle Leben sowohl der Muslime als auch die Lebensführung der im islamischen Staat geduldeten Andersgläubigen (Dhimma). Deren öffentlicher Lebenswandel darf dem Glauben und den Muslimen in keiner Weise hinderlich sein.

Die Einheit zwischen Religion und Recht bringt in einem theokratischen Staatswesen auch die Einheit zwischen Religion und Staat mit sich. Sie macht sich in den arabisch-islamischen Gemeinwesen der Gegenwart (deren Staatsreligion der Islam ist) unterschiedlich bemerkbar.

Nur an einer einzigen Stelle im Koran wird die Scharia erwähnt, obwohl sie dort ihren Ursprung hat. (Sure 45, Vers 17)

Unsinnige, menschenverachtende Vorschriften wurden nach der Machtergreifung der Taliban erlassen: >Frauen sollten ihre Wohnungen nicht mehr verlassen dürfen. Wenn sich das doch nicht vermeiden lässt, müssen sie sich mit dem islamischen Tschador oder der voll verschleiernden Burka bedecken und von Blutsverwandten begleiten lassen. Für den Fall, dass sie sich modisch bekleidet, schmuck-behangen und in engen Kleidern zeigen, werden sie von der Scharia verflucht und aus dem Himmel verbannt. Die Familienältesten sind aufgefordert, unnachsichtige Kontrolle über ihre Familie auszuüben. Die Ältesten wie auch die Frauen können von der Religionspartei bedroht und auf das Härteste bestraft werden<.

Die Partei steht in der Verantwortung, dem westlich geprägten Bösen ein Ende zu setzen. Andersartige Arbeitsregeln sind besonders für Krankenhäuser erlassen worden, welche die dort (noch) beschäftigten Kranken Pflegerinnen, aber selbst Männer, strikt zu beachten haben:

>Ein Wartezimmer für Frauen soll sicher und verborgen sein, und eine Person, selbige die Patientinnen aufruft, muss weiblichen Geschlechts sein.<

>Behandelnde Mediziner dürfen Körperstellen, die nicht behandelt werden, weder ansehen noch berühren. Wenn Ärzte und Ärztinnen sich ausnahmsweise klinisch besprechen, hat sie die Verpflichtung, den Schleier zu tragen<.

>Es ist weiblichen Ärzten und Pflegepersonal keinesfalls erlaubt, den Krankensaal von Männern zu betreten. Gibt es nicht genügend männliche Pfleger, müssten die Kranken sich gegenseitig helfen.<

Sind weibliche Lebewesen der Herkunft nach keine vollwertigen Menschen? Was wäre denn, wenn wir sie nicht hätten?

Im alltäglichen Tagesablauf sind widersinnige, unzeitgemäße Dekrete erlassen worden:

>Ein Autofahrer darf eine Frau nicht mitfahren lassen, falls sie eine iranische (modischere Burka) trägt, Musik ist ebenso wie Tanz auf Hochzeiten verboten. Werden diese Anordnungen nicht befolgt, wird das Familienoberhaupt verhaftet. Taubenhaltung, das Spielen mit Vögeln, Drachen steigenlassen und Musizieren auf einer Musiktrommel ist strengstens untersagt<.

Doch ausgerechnet diese Vergnügen, seit Jahrhunderten von den Afghanen praktiziert, sind außerordentlich beliebt.

Ebenso wird das Nähen von Frauenkleidern und das Maßnehmen durch Schneider verboten. Wenn Frauen oder Modemagazine in einem Laden bemerkt werden, wird der Kleidermacher ins Gefängnis gesteckt. (Wörtliche Ausdrucksweise).

>Gruppenbeten oder Nichtbeten in Basars ist gegen Allahs Gebot. Gebete sollen in den Moscheen ablaufen, das Besuchen von Geschäften zu Zeiten der Anrufung Gottes ist untersagt und wird mit Gefängnis bestraft. Verkehr während der Gebetszeit ist absolut verboten. Wer sich nicht an die Untersagung hält, wird ebenfalls ins Verlies gesteckt<.

Wo hatte sich denn der Spanner versteckt?

Weitere Edikte wurden von den Taliban erlassen, in denen die exakte Überlänge der Bärte festgelegt wird. Eine Liste muslimischer Namen ist erstellt, wonach Neugeborene benannt werden müssen. Die wenigen Mädchenschulen Kabuls sind verriegelt, die Religionspolizei verjagt alle Frauenspersonen von den Straßen. Sie verfügt, dass jeder Haushalt seine Fenster zu verhängen hat, damit man von außen weibliche Wesen nicht sehen kann.

Ehefrauen waren nunmehr gezwungen, Tag und Nacht im Haus zu verbringen, in das kein Sonnenlicht mehr eindringt. Das Gravierendste an den brandneuen Ge- und -verboten ist jedoch das Zurückfallen in mittelalterliche Zeiten.

Dieben werden Gliedmaßen abgehackt, der Räuber und seine abgetrennte Hand -oder ein Fuß- öffentlich zur Schau gestellt.

Das hat das Christentum überwunden. Am Pranger wird niemand mehr vorgeführt.

Echte wie auch nur vermutete Ehebrecher/innen haben die Steinigung zu ertragen. Sie haben sich vorab ihr eigenes Grab zu schaufeln, und als Gnade gilt, wenn ein Familienangehöriger die Grube ausheben darf. Das Urteil wird zuvor von einem Schariarichter, dem Kadi, verkündet. Beruht die Verurteilung auf Zeugenaussagen, werfen die Zeugen den ersten Stein, sonst ist das dem islamischen Richter, der immer ein Imam ist, vorbehalten.

Die verurteilte Frau wird daraufhin bis zur Brust eingegraben, ein  Todgeweihte bis zur Gürtellinie. Vorher werden sie fest in schlohweiße Tücher eingewickelt, um eine Flucht zu verhindern. Weiß ist die Farbe der Trauer. Es wird also getrauert, obwohl eine unmenschliche Hinrichtung vollzogen wird.

Meistens Frauen, manchmal jedoch auch Männer, werden solange mit Steinen von einer Größe, welche in die Handinnenflächen passen, beworfen, bis sie zusammenbrechen. Kleine Kiesel sind nicht erlaubt.

Zur Ergötzung der Zuschauer wird angeordnet, dass der Todeskampf möglichst lange dauert; zuvor wird dem Verurteilten oft zusätzlich eine Geißelung auferlegt.

Die Auspeitschung eines Mannes wird im Stehen nach Entkleidung bis auf die Schamteile vollzogen. Die Peitschenhiebe sollen den gesamten Körper außer Kopf, Gesicht und Geschlechtsteile treffen. Ein  Wesen wird im Sitzen und bekleidet gepeitscht. Erst danach kommt es in die Grube.

An der Hadd genannten Urteilsvollstreckung beteiligen sich alle Dorfbewohner, Kinder sind davon nicht ausgenommen. Von der sich im Rausch des Tötens befindlichen Menge wird ständig Allahu-akbar gerufen, damit die Schmerzensschreie der Opfer übertönen werden. Sofern die Delinquenten nicht vorher tödlich getroffen sind, wird solange weitergeworfen, bis sich ein Steinhügel über sie gebildet hat. Quasi  lebendig begraben ist ihr trauriges Schicksal.

Vergewaltigte Frauen, deren Mann abwesend war, werden oft mit der Unterstellung einer Einvernehmlichkeit hingerichtet. Ein Einspruchsrecht der Beschuldigten findet im Regelfall keine Beachtung.

Was sind das für Menschen, die solche Edikte beschließen und vollführen. Wie vermag eine Religionsvorschrift, vorgeblich im Koran niedergeschrieben und mit Willen des gütigen Allah versehen, derartige unmenschliche Praktiken zulassen.

Die Taliban sind selbstgefällig; die angeblichen Gebote des einzigen und barmherzigen Schöpfers erfüllen sie so rigoros, dass sie sich regelmäßig in einen Blutrausch hinein steigern.

Es gibt einen >Steinigungsvers<, der aber nicht im heiligen Buch des Islam geschrieben steht:

>Wenn ein bejahrter Mann und eine bejahrte Frau Unzucht treiben, so steinigt sie auf jeden Fall als Strafe Gottes. Denn Gott ist gütig und weise.<

Auf diese Art kann in der heutigen, aufgeklärten Zeit doch kein Staat errichtet und darauf gesetzt werden, in der Staatengemeinschaft legitimiert und anerkannt zu sein.

Es ist das Bestreben solcher irregeleiteten Paschtunen, mehrheitlich unter den Taliban organisiert, von westlichen Nationen akzeptiert zu sein. Im gleichen Atemzug bekämpfen hirnrissige Rebellen fortschrittliche Staatswesen massiv als Ungläubige.

Im Frühjahr 1997 erwarteten die Einwohner von Mazar-e-Sharif einen erneuten Angriff der sogenannten >Gotteskrieger<.

Die Stadt im Nord-Westen Afghanistans wurde den Winter über von hasserfüllten sunnitischen Fanatikern belagert. Es war die letzte Bastion der Nordallianz, mehrheitlich Schiiten, unter General Rasim Dostum. Die Vorräte an Lebensmitteln und Treibstoff gingen zur Neige, die Preise dafür stiegen um das Vielfache. Es kam zur Unruhe innerhalb der Bevölkerung. Besser betuchte Einwohner flüchteten bereits nach Tadschikistan.

Das erklärte Ziel der Taliban war, die Stadt auszuhungern, und es brach auch längst Panik unter den Stadtbewohnern aus. Dostum ist ein erfahrener, jedoch rücksichtsloser und blutrünstiger Heerführer. Er schwor Soldaten und Einwohnerschaft auf die Verteidigung Mazar-e-Sharifs ein.

Auf Verrat und Gegenverrat war andererseits niemand gefasst. Die Kriegsknechte dienen im Allgemeinen immer dem, der den besten Sold zahlt. General Dostum hatte seinen Truppen dessen ungeachtet bereits fünf Monate überhaupt keine Löhnung ausgehändigt. Daher liefen viele der Stadtverteidiger zu den Taliban über.

Die löhnten zwar auch nicht mehr, aber sie erlaubten den Kämpfern, sich bei Einnahme der Stadt durch Plünderung und Morde zu bereichern. Die Belagerer beabsichtigten, für vorausgegangene Niederlagen Rache zu nehmen.

Mazar ist eine Pilgerstadt, vornehmlich der Schiiten. Man vermutet, dass in der blau gekachelten Grabstätte der 4. Kalif begraben liegt. Daher ist sie eines der Heiligtümer dieser islamischen Glaubensrichtung. Paschtunen, insbesondere sunnitische Taliban, gedachten Mazar nicht zuletzt zu erobern, um dann die Kultstätten zu zerstören.

Innerhalb der Nordallianz besteht allerdings eine tiefe Fehde zwischen Dostum und seinem 2. Befehlshaber Malik Pahlawan. Der Usbeken-General wurde verdächtigt, vor einigen Jahren einen Bruder des Stellvertreters ermordet zu haben. Malik befürchtete daher, von Dostum ebenfalls hingemetzelt zu werden und verriet ihn deshalb an die von Herat und Kundus aus vorrückenden Taliban. Als Gegenleistung rechnete er mit einem Generalsposten bei den Eroberern. Man bot ihm aber nichts als die völlig unbedeutende Position eines Vize - Außenministers an.

Durch den Verrat und den täglich offenkundigeren Zwist zwischen Paschtunen und Usbeken verlor Dostum seinen Halt in der Truppe und musste selber fliehen. Jetzt hatten die angreifenden Taliban freie Bahn und zogen auf ihren Pikups in Mazar ein.

Usbeken und Hasaras hat man entwaffnet, die heiligen Moscheen entweiht sowie die Scharia, das muslimische Glaubensgesetz, eingeführt. Frauen vertrieb man von den Straßen, sämtliche Schulen wurden verriegelt oder zerstört.

Als jedoch eine Gruppe der Hasaras sich weigerte, ihre Waffen abzugeben, kam es zu einem Aufstand. Der führte dazu, dass über 600 Angehörige der Taliban bei den ausbrechenden Straßenkämpfen getötet sowie 1000 Kämpfer, darunter ranghohe Mullahs und Generäle, während der Kampfhandlungen gefangen gesetzt worden sind.

Gleichzeitig plünderten die Truppen des Verräters Malik die Stadt. Es ergab sich ein unvorstellbares Durcheinander in Mazar-e-Sharif. Die Taliban erlitten ihre bisher größte Niederlage im Ringen um die Herrschaft in diesem Land.

In den Nächten aber kamen die Unterlegenen zurück und rächten sich an den Einwohnern. Manchem hat man die Kehle durchschnitten, und anderen zog man bei lebendigen Leib die Haut ab.

Der Leser vermag sicher kein Verständnis dafür aufbringen, wie bestialisch vorgegangen worden ist. Das alles liest sich wie ein Thriller, ist jedoch authentisch belegt.

Während die Talibantruppen unter Druck stehen und sich zurückziehen, zerstörten sie Kanäle und vergifteten Trinkwasserbrunnen. Durch die Kämpfe gegen Dostum und Malik verloren sie viele ihrer Mudschahed. Später stellte sich heraus, dass auch Taliban massakriert und in Massengräbern verscharrt worden sind. Der Hass auf allen Seiten war beispiellos.

Taliban beherrschten nahezu 10 Jahre diktatorisch das Land. Durch ihre eigensinnige Koranauslegung riefen sie mit dem Terroranschlag auf das World- Trade- Center in New York 2001 die Kriegsmacht USA zum Handeln auf. Auch die NATO und damit Deutschland gedachten Afghanistan nach westlicher Auffassung zu befrieden. Die Westmächte vermuteten in dem aus den Fugen geratenen Land Ausbildungszentren der Al Quaida.

Osama-bin-Laden mit seinem unermesslichen Reichtum hat diese Lager errichten lassen, um darin unwissende und leichtgläubige Muslime zum Kampf gegen den >gottlosen< Westen heranzuziehen.

Osama war neben Mullah Omar der meist gehasste und gesuchteste Terroranführer. Doch was hat ihnen ihr Hass eingebracht? Man hat sie verfolgt und getötet. Unter der Obhut von Pakistanis lebten die Terrorristen im nordwestlichen Pakistan, im Swat-Tal.

 Sitzen sie nunmehr im Himmel und vergnügen sich mit Hauris, wie sie immer verkündet haben, oder schmoren sie in der Hölle, beim Schaitan?

Nach jahrelangen, blutigen, auch auf Seiten der NATO verlustreichen Kämpfen, wurden in die Milliarden Dollar gehende Ressourcen vernichtet.

Hier war auch Malala zu Hause, das mutige Mädchen, das trotz Verbot weiterhin eine Mädchenschule besuchte. Ihr wurde deshalb von einem Taliban am helllichten Tag, als sie von der Schule kam, in den Kopf geschossen, überlebte jedoch auf wundersame Weise. Über ihre Erlebnisse schrieb sie ein berührendes Buch >Malala, meine Geschichte<. Sie war erst 10 Jahre, als sie sich gegen die beherrschende Allmacht der Männer in ihrem Land auflehnte.

Am 12. Juli 2013, ihrem 16. Geburtstag, hielt diese Jugendliche eine eindrucksvolle Rede vor den Vereinten Nationen in New York. Ihr Eintreten für die Rechte von weiblichen Staatsangehörigen beeindruckte derart, dass sie den Friedensnobelpreis 2014 im Alter von 16 Jahren erhielt.

Das Buch ist erhältlich unter ISBN 978-3-596-85660-2. Es ist besonders empfehlenswert.

Aber trotz des Todes der gehassten Anführer endeten die kriegerischen Auseinandersetzungen keinesfalls, eskalierten sogar noch ungeachtet der Kenntnis der übermächtigen technischen Überlegenheit der ISAF-Länder. Insbesondere USA, Frankreich  und die BRD sind massive Waffenlieferanten. Jahrelange, erbittert geführte Bekämpfungen führten letztlich dazu, dass man auf Seiten der Westmächte jetzt endlich offen von>Krieg< spricht. Von einer Befriedung in Afghanistan ist man weit entfernt.

 Es ist nahezu das Eingeständnis eines erzwungenen Rückzuges, wenn davon gesprochen wird, dass nur noch Berater im Land erforderlich und anwesend seien. Die Gesamtlage war ähnlich dem Desaster, wie es vor mehr als zwanzig Jahren auch die UDSSR erlebte.

Wenn die Politik im Angesicht der Flüchtlingswellen aus Afghanistan von einer Rückführung in ein sicheres Herkunftsland spricht, ist das zynisch. Es soll verschleiern, dass das militärische Abenteuer nahezu völlig gescheitert ist. Kriegsbegründungen, bezogen auf den Bau von Ölpipelines und die Vernichtung von Mohnanbauflächen, sind bisher und in absehbarer Zeit nicht zu realisieren.

Dabei wäre Afghanistan prädestiniert, als Transitland zu dienen. Heute nicht für Seide und Porzellan aus China, sondern für Öl und Gas aus den unendlich reichen Vorkommen in Kasachstan und Tadschikistan.

Diese zentralasiatischen Länder verfügen zusammen über geschätzte 85 Milliarden Barrel Ölreserven. Turkmenistan mit 66 Mrd. Kubikmetern Gas hat die elftgrössten Reserven der Welt. Es ist eine Weltregion mit äußerst bedeutungsvollen Energiereserven, und darüber streiten die Weltmächte und führen verlustreiche bewaffnete Auseinandersetzungen.

Die Bewohner nicht nur Afghanistans haben für die Wirtschaftsinteressen der Großmächte USA, Russland und mit Abstrichen gleichfalls China ihre Köpfe hinzuhalten. Sogenannte >Stellvertreterkriege< finden auch hier statt, wie bereits seit sieben Jahren in Syrien. Hier ist es der IS, welcher die friedliche Bevölkerung in seinem Sinne zu unterjochen gedenkt.

Der Islam und die Befolgung der Gebote Gottes sind nur vorgeschobene Gründe für die Auseinandersetzungen. Es wiederholen sich mit anderen Mitteln die Exzesse der Kreuzzüge von Christen im Mittelalter. Weshalb müssen sich diese Untaten in der heutigen Zeit wieder erneut abspielen?

Ende der Leseprobe

 
Musik

Impressum

Orthopädie-Schuhtechnik i.R.

Bogenstr. 7

27729 Lübberstedt

 

Telefon:0 04793-4323684

Internet:www.romane-undmehr.de

  

Email:das.buchregal@ewe.net

Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 6 MDStV ist Werner Schröder.

 

Disclaimer:

Im Rahmen unseres Dienstes werden auch Links zu Internetinhalten anderer Anbieter bereitgestellt. Auf den Inhalt dieser Seiten haben wir keinen Einfluss; für den Inhalt ist ausschließlich der Betreiber der anderen Website verantwortlich. Trotz der Überprüfung der Inhalte im gesetzlich gebotenen Rahmen müssen wir daher jede Verantwortung für den Inhalt dieser Links bzw. der verlinkten Seite ablehnen.